„Antworte mir, Vanessa.“

Marco Morettis Stimme war so leise, dass alle Gäste beim Verlobungsessen inne hielten.

Seine Verlobte stand in ihrem roten Abendkleid unter den Kronleuchtern, ihre Finger umklammerten den Rand des Festtisches.

„Du lässt mich wie ein Monster klingen“, flüsterte sie.

„Dann sag mir, dass ich falsch liege.“

Vanessa warf ihrem Bruder einen Blick zu.

Adrian Bellini schaute weg.

Marco wartete.

Schließlich hob Vanessa ihr Kinn.

„Ihre Mutter besitzt einen bedeutenden Anteil am St. Catherine’s Hospital. Sie ist achtzig Jahre alt, erholt sich von einem Schlaganfall und ist zunehmend gefährdet durch Menschen, die sie ausnutzen könnten.“

Elena zuckte zusammen.

„Leute wie ich?“, fragte sie.

Vanessa seufzte.

„Elena, bitte nimm das nicht persönlich.“

Marco trat zwischen sie.

„Sie haben dafür gesorgt, dass ein Neurologe die Verlegung meiner Mutter in ein anderes Land empfahl. Sie sagten ihm, sie könne ihre Familie nicht erkennen. Und Sie haben ohne mein Wissen darüber gesprochen, sie für geschäftsunfähig erklären zu lassen.“

„Ich habe Ihr Erbe geschützt.“

„Meine Mutter ist nicht tot.“

Die Worte trafen härter als ein Schrei.

Zum ersten Mal an diesem Abend wirkte Vanessa aufrichtig beschämt.

Dann schob Adrian seinen Stuhl zurück.

„Marco, es gibt finanzielle Realitäten, die du nicht berücksichtigt hast.“

Marco drehte sich zu ihm um.

“Hinsetzen.”

Adrian hielt an.

„Man wird nicht mit mir wie mit einer Angestellten sprechen.“

„Dann hör auf, das Leben meiner Mutter wie eine Ware zu behandeln, die du gekauft hast.“

Einige Gäste senkten den Blick.

Marco holte seinen Verlobungsring aus der Tasche – nicht den Ring, den er Vanessa geschenkt hatte, sondern den passenden Platinring, den sie ihm vor der Hochzeit unbedingt aufzwingen wollte.

Er stellte es auf den Tisch.

„Die Verlobung ist ausgesetzt.“

Vanessa starrte es an.

„Du kannst mich nicht so demütigen.“

Marco blickte zu seiner Mutter, die noch immer zitternd neben ihrem Gehstock stand.

„Du hast sie zuerst gedemütigt.“

Ich stand hinter Elenas Stuhl und atmete kaum.

Mein Name ist Claire Bennett.

Ich hatte elf Monate in dieser Villa gearbeitet und gelernt, wann ich mich zurückziehen und wann Elena jemanden brauchte, der da blieb.

Heute Abend war Untertauchen keine Option.

Marco wandte sich Dr. Morales zu.

„Doktor, ich möchte jedes Dokument, das Sie bezüglich des Zustands meiner Mutter erhalten haben.“

Rafael nickte.

„Ich kann Ihnen die an mein Büro gesendete Korrespondenz vorbehaltlich einer entsprechenden Genehmigung zur Verfügung stellen.“

„Und der Vormundschaftsantrag?“

„Ich habe eine Vorabversion.“

Adrian erstarrte.

„Dieses Dokument ist vertraulich.“

Rafael sah ihn an.

„Sie haben es an einen Arzt geschickt, der den Patienten nicht untersucht hatte.“

Marco’s expression changed.

He looked toward Vanessa.

“You weren’t waiting for a diagnosis. You were shopping for one.”

Vanessa’s eyes filled.

“You don’t understand what Adrian told me.”

Her brother’s head snapped toward her.

“Vanessa.”

She pressed her lips together.

That single exchange told me something important.

Whatever Vanessa had done, Adrian knew more than he wanted Marco to hear.

Marco turned to the guests.

“Dinner is over. My staff will arrange transportation for anyone who needs it.”

Then he looked at me.

“Claire, please stay with my mother.”

I nodded.

“Of course, sir.”

Vanessa followed him toward the library.

“You’re going to believe a maid over the woman you’re supposed to marry?”

Marco stopped.

“I’m going to believe what I saw.”

“And what exactly did you see?”

“My mother standing on her own feet while you ordered her to sit down.”

Vanessa had no answer.

After the guests left, the mansion became painfully quiet.

Elena sat in her favorite armchair near the library fireplace. Her cane rested against her knee.

Marco knelt beside her.

“Mom, why didn’t you tell me about the hospital shares?”

She looked down.

“Because I thought you’d signed them away.”

He frowned.

“I never signed anything.”

“Vanessa showed me a letter.”

“What letter?”

Elena’s eyes moved toward Adrian.

Before she could answer, Adrian reached into his jacket.

“Marco, perhaps we should discuss this privately.”

Marco stood.

“You’ve had enough private conversations about my family.”

He held out his hand.

“Give me the letter.”

Adrian hesitated.

Then he withdrew a folded sheet of paper.

Marco opened it.

I watched his expression darken as he read.

The letter appeared to be written on Moretti family stationery.

It authorized preliminary negotiations for transferring Elena’s hospital shares into a charitable investment structure controlled by Bellini Capital.

At the bottom was Marco’s signature.

He stared at it.

“I didn’t sign this.”

Adrian folded his arms.

“Your office sent it.”

“My office doesn’t send authorization letters without my approval.”

Vanessa whispered, “Marco, you were traveling when we discussed it.”

He looked at her.

“We never discussed it.”

Elena covered her mouth.

“Oh, sweetheart.”

Marco turned toward her.

“What?”

“I thought you wanted me to sign.”

He sat beside her.

“Mom, look at me.”

She raised her eyes.