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Teil 2 – Acht Wochen zum Durchatmen

Am Morgen meiner Abreise herrschte Stille in Raleigh.

Das Haus roch noch nach dem Tee von gestern, und mein Handy lag immer noch neben meinem Ticket nach Portugal, wie ein Gegenstand, den ich nicht mehr anzufassen wagte.

Ich hatte nicht viel geschlafen.

Nicht etwa aus Angst, sondern wegen eines seltsamen, fast vergessenen Gefühls: Aufregung.

Zum ersten Mal seit Jahren bin ich nicht weggefahren, um jemandem zu helfen.

Ich ging für mich allein.

Am Flughafen habe ich meine Nachrichten ein letztes Mal gecheckt.

Derek hatte geschrieben: „Mama, du darfst uns an Weihnachten nicht enttäuschen.“

Cassandra fügte wenige Minuten später hinzu: „Wir haben bereits zwanzig Personen eingeladen.“

Zwanzig Personen.

Keine Frage.

Nicht etwa ein „Willst du?“.

Nur eine Gewissheit: als ob meine Zeit, meine Hände und meine Kochkunst ihnen gehörten.

Ich habe nicht geantwortet.

Ich schaltete mein Handy aus, steckte es in meine Tasche und bestieg das Flugzeug nach Lissabon.

Der Flug war lang, aber ruhig.

Durch das Bullauge beobachtete ich die Wolken und dachte an Leonard.

Er hätte mir gesagt: „Diane, es wurde aber auch Zeit.“

Das hat er schon damals gesagt, als ich meine Träume auf Eis legte, um allen zu helfen.

Er kannte mich gut.

Er wusste, dass ich Ja gesagt hatte, ohne überhaupt nachzudenken, und dass ich Liebe mit Opfer verwechselt hatte.

In Lissabon roch die Luft nach Meer und heißem Kaffee.

Ich nahm einen Zug, dann einen kleinen Bus, und die Straße öffnete sich zu Feldern, weißen Mauern und roten Dächern.

Als ich in Óbidos ankam, hatte ich das Gefühl, in eine Postkarte einzutauchen, die ich elf Monate lang betrachtet hatte, ohne es zu glauben.

Das Haus entsprach genau den Bildern, wirkte aber bewohnter.

Weiß getünchte Wände, blaue Fensterläden und ein friedlicher Innenhof, in dem neben einer Steinbank ein Zitronenbaum wuchs.

Die Besitzerin, eine Frau in ihren Sechzigern namens Sofia, begrüßte mich mit einem gelassenen Lächeln.

“Du bist Diane, nicht wahr? Willkommen zu Hause für den Winter.”

Bei Ihnen vor Ort.

Diese beiden Worte schnürten mir die Kehle zu.

Ich hatte schon lange keinen so einfachen Satz mehr gehört, ohne dass ihm eine Bitte folgte.

Am ersten Abend stellte ich meinen Koffer ab, öffnete die Fensterläden und setzte mich mit einer Tasse Tee in den Innenhof.

Der Himmel färbte sich erst rosa, dann lila.

Kein Backofen, der überwacht werden muss.

Kein Tisch zum Decken für zwölf Personen.

Keine Stimme, die mir sagt, was ich tun soll.

Nur das Rauschen eines Springbrunnens in der Ferne und der Duft von Zitronen.

In jener Nacht schlief ich in einen tiefen Schlaf, wie ich ihn seit Leonards Tod nicht mehr erlebt hatte.

In den darauffolgenden Tagen lernte ich, langsamer zu leben.

Morgens ging ich auf den Markt, um noch warmes Brot, Orangen, Käse und Blumen zu kaufen.

Je parlais un portugais hésitant, je riais de mes erreurs, et les commerçants me corrigeaient avec gentillesse.

L’après-midi, je marchais sur les remparts d’Óbidos.

La vue s’étendait sur les toits, les champs et la mer au loin.

Je pensais à la colline de Nouvelle-Zélande, à ce vent qui m’avait fait me sentir libre.

Ici, je retrouvais cette même liberté, mais plus douce, plus quotidienne.

Un jour, dans une petite boutique, j’ai vu des carnets de croquis et des aquarelles.

Sans réfléchir, j’en ai acheté un.

Le soir, dans la cour, j’ai commencé à peindre.

D’abord timidement.

Puis avec une joie que je ne m’étais pas permise depuis des années.

Je peignais les volets bleus, le citronnier, les ruelles pavées, les chats qui dormaient au soleil.

Je n’étais pas une grande artiste.

Mais j’étais enfin une femme qui faisait quelque chose uniquement parce que cela lui plaisait.

Pendant ce temps, à Charlotte, Noël approchait.

Je ne l’ai pas su par Derek, mais par Joanna.

Ma fille m’a appelée un soir, la voix fatiguée mais tendre.

« Maman, tu es vraiment au Portugal ? »

« Oui, ma chérie. Je suis assise dans une cour, avec un citronnier. »

Elle a ri, puis elle s’est tue un instant.

« Tu as bien fait, maman. Tu sais, Derek est perdu sans toi. »

Joanna m’a raconté ce que je n’avais pas voulu imaginer.

Cassandra avait décidé d’organiser elle-même le dîner de Noël.

Elle voulait prouver qu’elle pouvait le faire, qu’elle était une vraie organisatrice d’événements.

Elle avait commandé un traiteur, choisi une décoration élégante, et invité encore plus de monde.

Mais le traiteur avait annulé à la dernière minute.

Le four de Derek était trop petit pour une dinde de cette taille.

Et personne ne savait préparer la farce, la sauce aux canneberges, ni les gratins que j’avais toujours faits sans recette écrite, juste avec mes mains et ma mémoire.

« Elle a appelé trois traiteurs le 23 décembre, maman, » m’a dit Joanna. « Tous étaient complets. »