Ich nahm Mateo in die Arme, doch Alexander drehte sich im Türrahmen um, seine Augen funkelten. „Lass ihn bei Vance. Deine Mutter ist im dritten Stock. Geh!“

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Ich übergab Mateo Alexanders oberstem Vollstrecker, der den zitternden Jungen überraschenderweise mit behutsamer, geübter Sanftmut behandelte. Dann, Alexander dicht hinter mir, nahm ich die schmale Treppe in Dreierschritten auf einmal, wobei jede Faser meines Körpers nach Vergeltung schrie.

Die Tür zu Wohnung 3B hing an einem einzigen verbogenen Scharnier.

Drinnen war unser winziges Wohnzimmer – der Raum, in dem mein Vater seinen handgeschnitzten Rosenkranz aus Holz aufgehängt hatte und in dem meine Mutter abends Flicken auf unsere abgetragenen Wintermäntel nähte – völlig verwüstet. Der kleine Esstisch war in zwei Hälften zersplittert. Familienfotos waren unter schweren, schlammbedeckten Stiefeln zertreten worden.

Mitten in der Küche, neben dem verrosteten Herd, lag meine Mutter.

“Mama!”, schrie ich und ließ mich neben ihr auf den Linoleumboden fallen.

Elena Reyes atmete, aber ihre Atemzüge waren flach und unregelmäßig. Ein dunkelvioletter Bluterguss hatte sich bereits an ihrem linken Wangenknochen gebildet, wo sie jemand geschlagen hatte, und ihre Hände zitterten heftig.

„Sophia …“, flüsterte sie, die Augenlider flogen vor Schmerz und Verwirrung. „Die Männer … sie suchten … nach Miguels Kiste. Sie haben die Dielen aufgerissen …“

Alexander betrat die schmale Küche, und seine Anwesenheit ließ den Raum sofort kleiner wirken. Er sagte kein Wort. Er kniete neben meiner Mutter nieder und nahm sanft ihr Handgelenk zwischen seine Finger, um ihren Puls zu fühlen. Sein Gesicht war wie aus Granit gemeißelt, doch seine Augen verrieten eine furchterregende, stumme Wut.

„Sie hat zwei Rippenbrüche und Anzeichen einer Gehirnerschütterung“, sagte Alexander leise und sah mich an. „Der private Krankenwagen steht unten. Ein Trauma-Team ist an Bord.“

„Wer hat das getan?“, zischte ich, meine Stimme bebte vor unbändiger Wut, die mir völlig fremd war im Vergleich zu dem stillen, zurückhaltenden Mädchen, das ich sechs Jahre lang gespielt hatte. „War es Victoria? War es ihr Vater?“

„Arthur Lane macht in Queens keine Drogengeschäfte ohne die Erlaubnis meiner Familie“, erwiderte Alexander mit eiskalter Stimme. „Das bedeutet, dass jemand innerhalb des Ashford-Syndikats ihnen die Tür geöffnet hat.“

Die Andeutung traf den Raum wie eine Artilleriegranate.

“Ein Staatsstreich?”, fragte ich und sah ihn an.

„Ein Bruch“, korrigierte Alexander. Er stand auf, griff in seine Tasche und zog ein Satellitentelefon heraus. Er wählte eine einzelne Ziffer. „Marcus. Bring den Rat zum Stützpunkt auf Long Island. Alle fünf Leutnants. Sollte bis zwei Uhr morgens jemand fehlen, gilt er als feindlich.“

Er beendete das Gespräch und blickte auf meine Mutter hinunter, die gerade von zwei Sanitätern in unmarkierter schwarzer Schutzausrüstung vorsichtig auf eine Klapptrage gehoben wurde. Mateo folgte ihnen dicht auf den Fersen, in eine Rettungsdecke gehüllt, und umklammerte seinen Inhalator mit weiß geknüpften Knöcheln.

“Sophia,” my mother murmured, reaching blindly into the air. “Don’t let them take… your father’s memory…”

“I won’t, Mama,” I promised, taking her fragile hand and kissing her knuckles. “I’m right here. We’re going somewhere safe.”

“She is going to the Ashford medical wing at the Bedford Estate,” Alexander said, gesturing for the medics to proceed down the stairs. “It is a private surgical center with an armed garrison. Not even the governor could enter without my personal clearance.”

“And what about me?” I asked, standing up and facing him in the ruined kitchen. “Do I get to hide behind your high walls while your family tears this city apart?”

Alexander stepped closer, until he was standing directly under the flickering fluorescent bulb. The light cast deep shadows over his sharp cheekbones and the dark, unyielding line of his jaw.

“You don’t hide, Sophia,” he said, his voice dropping into an intimate, dangerous register. “Tonight, you showed New York that the daughter of Miguel Reyes can dismantle trained mercenaries in three seconds flat. The Lane family thinks you are my weakness—they think you are a vulnerable stray I feel guilty about. They are going to use every piece of leverage they have to break me through you.”

“Then let me take my mother and brother and leave,” I demanded. “We can disappear. We did it before.”

“You can’t disappear anymore,” Alexander said flatly. “Marcus knows. Arthur Lane knows. The moment you step outside my perimeter, they will hunt you down, not just to kill you, but to study you. Your father didn’t just teach you how to fight, Sophia. He gave you the complete system of the *Quiet Current*. Do you know what the families of New York would pay to train an army of ghost killers who leave no ballistics and shatter bone with a touch?”

The room seemed to close in on me. The shadows in the corners felt alive, watching.

“I am not a weapon,” I said fiercely.

“No,” Alexander murmured, his hand slowly reaching out, his knuckles brushing against the edge of my jawline where a drop of rain was slowly trailing down. His touch was warm, surprisingly gentle for a man whose name made hardened criminals weep in interrogation rooms. “You are not a weapon. You are the only clean thing left in my world. And I will burn this entire city to ashes before I let Arthur Lane or Marcus Ashford lay another finger on you.”

I shivered, unable to pull away from his gaze. There was madness in those grey eyes—a dark, possessive intensity that terrified me far more than the mercenaries in the street.

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“Pack whatever remains of your father’s belongings,” Alexander whispered, stepping back toward the doorway. “Your life as a maid ended tonight, Sophia. Welcome to the war.”