„Nach dem Unfall wird ihm nichts anderes übrig bleiben, als sich auf mich zu verlassen.“

Isabellas Stimme ertönte erneut aus den Laptop-Lautsprechern, diesmal leiser, als hätte der Ballsaal selbst einen Teil davon verschluckt.

Niemand applaudierte. Nicht einmal nach einem Champagnerglas griff jemand.

Ich stand neben dem zerstörten Porträt, die Feuerwehraxt zu meinen Füßen. Ein Hochzeitsgast hatte mir seine Serviette um die Schulter gelegt, doch sie war bereits blutdurchtränkt. Mein linker Knöchel fühlte sich doppelt so dick an wie sonst, und bei jeder Gewichtsverlagerung brannten die gerissenen Muskeln in meinem Rücken. Ich sah Alessandro Moretti an. Vor sieben Monaten hatte er dieses Haus in einem normalen Auto verlassen, in der Erwartung, zum Frühstück wieder zu Hause zu sein. Jetzt saß er im Rollstuhl und hörte sich die aufgezeichnete Prophezeiung seiner frisch angetrauten Frau an, dass er von ihr abhängig werden würde.

„Spiel es noch einmal“, sagte er.

Marco, der Sicherheitschef, zögerte. „Chef, hier sind eine Menge Leute.“

„Deshalb möchte ich, dass es noch einmal gespielt wird.“

Marco drückte die Taste. Isabellas Stimme erfüllte den Raum. Ich beobachtete ihr Gesicht, als die Worte verklungen waren. Sie sah nicht Alessandro an. Ihr Blick ruhte auf ihrem Vater, Vincent Romano, der mit einer Hand in der Jackentasche nahe dem Ehrentisch stand.

„Eine bearbeitete Aufnahme beweist gar nichts“, sagte Vincent.

„Dann werden Sie einer Untersuchung nicht widersprechen“, erwiderte Alessandro.

Seine Stimme war nicht laut. Das musste sie auch nicht sein.

Isabella trat in ihrem Satinkleid vor und achtete darauf, die Glasscherben nicht zu berühren. „Alessandro, du weißt, wie viele Feinde du hast. Jemand hat das inszeniert, um unsere Ehe zu zerstören. Das Dienstmädchen wurde dabei erwischt, wie sie die Sachen deiner Mutter vernichtete, und jetzt glaubt ihr jeder?“

„Ich habe ihr nicht geglaubt“, sagte er. „Ich sehe mir die Karte an, für die sie ihre Sicherheit riskiert hat, um sie mir zu bringen.“

„Rosa will Geld“, sagte Isabella.

Die Anschuldigung traf mich fast härter als die Kabinettsanklage. Meine Tochter Lily war drei. Ich hatte im letzten Winter Münzen für ihren Hustensaft gezählt. Ich brauchte Geld. Aber ich hatte nie auch nur einen verlegten Manschettenknopf aus dem Anwesen mitgenommen.

„Warum hat sie die Karte dann nicht verkauft?“, fragte Alessandro. „Warum ist sie dann hierhergekommen?“

Isabella antwortete nicht.

Hinter ihr erhob sich David Collins’ Assistentin, eine junge Frau namens June, langsam von ihrem Stuhl. Ihr Gesichtsausdruck war ängstlich, doch sie sprach deutlich: „Herr Moretti, David sollte eigentlich hier sein, wenn das Porträt enthüllt wird. Er hat mir seit heute Nachmittag nicht geantwortet.“

Ich erinnerte mich daran, wie Vincent David den westlichen Korridor entlangführte.

“Marco,” Alessandro said. “Find him. And ask the guests to remain until the authorities have statements from anyone who saw what happened.”

Vincent gave a humorless laugh. “You plan to hold thirty people hostage because a servant smashed a photograph?”

“No,” Alessandro said. “The doors are open. But I hope everyone understands why witnesses matter.”

Two people immediately moved toward the exit. Neither was stopped. I noticed the difference between the fear Alessandro inspired and the orders Vincent expected people to obey. One was dangerous enough. The other seemed to enjoy fear for its own sake.

Mrs. Alvarez, the head housekeeper, arrived with the estate’s emergency kit. She knelt beside me, checked my shoulder dressing, and touched my swollen ankle with practiced care.

“You should have come to me,” she whispered.

“I tried. The ceremony had started.”

“Then we would have interrupted it together.” Her voice cracked. “Don’t make me find you bleeding in a ballroom again.”

Alessandro heard her. “There will be no second time.”

He asked her to call an ambulance. I protested because hospitals cost money and Lily was spending the evening with my neighbor, Teresa. Alessandro shook his head.

“You are hurt. The estate will pay for treatment. That doesn’t buy your silence or your gratitude. It’s what should have happened an hour ago.”

Something in those words made me believe I might still have a job tomorrow. I wasn’t sure why that mattered as much as it did.

Marco turned the computer toward Alessandro. The garage clip had been copied in two formats, and the second contained several seconds that the first hadn’t shown. On the screen, after Vincent and Isabella walked away, the man with the tool case reappeared alone. He crouched beside the front of Alessandro’s sedan. His face turned toward the security camera. A scar ran from his left temple into his hairline.

“Can you identify him?” Alessandro asked Vincent.

“I don’t recognize him.”

“Then you won’t mind if I ask the mechanic who used to service my cars.”

“The garage manager resigned months ago,” Marco said quietly.

I saw Alessandro absorb that detail without speaking.