Es handelte sich um eine kalte, vorsätzliche Verschwörung, um das Leben eines unschuldigen Mädchens zu zerstören und ein Erbe zu stehlen.
Daniel wandte sich langsam Marcus zu.
“Marcus.”
“Ich bin hier, Daniel.”
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„Rufen Sie Bezirksstaatsanwalt Vance an – nein, vergessen Sie das, rufen Sie direkt den Generalstaatsanwalt an. Sagen Sie ihm, dass ich gegen Vanessa und Margaret Vance Anzeige wegen schwerer Körperverletzung, Verschwörung und Erpressung erstatte.“ Daniels Stimme war eiskalt. „Rufen Sie dann den privaten Sicherheitsdienst am Eingang an. Verriegeln Sie die Türen des Ballsaals. Niemand darf den Saal verlassen.“
Im Erdgeschoss hatte sich der große Ballsaal des St. Regis in einen goldenen Albtraum verwandelt.
Die dreihundert Gäste, die einflussreichsten Persönlichkeiten der Stadt, befanden sich in einem Zustand chaotischer Voyeurismus. Die Kellner hatten ihre Posten verlassen; halb aufgegessene Austern und warmer Champagner schmolzen auf Eisskulpturen. Vanessa Vance saß mit verschmiertem Mascara im Gesicht auf den Stufen des blumengeschmückten Altars und schrie ihren Vater Richard Vance an, der gerade aus der Präsidentensuite heruntergestürmt war.
„Tu endlich was, Papa!“, jammerte Vanessa und klammerte sich an die Spitze ihres zerrissenen Rocks. „Daniel ist völlig durchgedreht! Er hat mich vor der ganzen Stadt bloßgestellt! Ruf die Polizei! Lass das Catering-Mädchen sofort verhaften!“
Richard Vance, ein aristokratischer Mann, dessen silbernes Haar und maßgeschneiderter Anzug den kalten Schweiß auf seiner Stirn nicht verbergen konnten, packte seine Tochter am Arm. „Sei still, Vanessa! Sei still! Hast du überhaupt eine Ahnung, was hier los ist? Der Hauptkreditgeber der Sterling Group hat vor fünf Minuten unsere Kreditlinie gesperrt! Mein Telefon steht nicht mehr still! Wenn Daniel diese Hochzeit absagt, ist unsere Familienfirma bis Montagmorgen pleite!“
„Was?!“, kreischte Margaret und stürmte auf ihren Mann zu. „Das darf er nicht! Wir haben einen Vertrag!“
„Der Vertrag basierte auf der Voraussetzung der Ehe!“, zischte Richard. „Und es gibt keine Ehe!“
Plötzlich wurden die schweren Bronzetüren an der Rückseite des Ballsaals aufgeschlagen.
Sechs schwer bewaffnete private Sicherheitsleute in schwarzen Einsatzanzügen betraten den Raum und flankierten Daniel Sterling. Hinter ihnen folgten zwei uniformierte Beamte des 19. Polizeireviers der New Yorker Polizei.
Das Gemurmel der Menge verstummte augenblicklich. Alle Handys richteten sich wieder auf den Bräutigam.
Daniel sah nicht aus wie jemand, der gerade seine Hochzeit abgesagt hatte. Er wirkte wie ein Henker, der sich dem Schafott näherte. Er schritt mit einer ruhigen, furchteinflößenden Autorität voran, flankiert von Marcus Cole, der eine elegante Ledermappe unter dem Arm trug.
Vanessas Augen leuchteten vor verzweifelter Hoffnung auf. Sie sprang auf die Füße, stolperte über ihren Schleppe und rannte auf ihn zu.
„Daniel! Oh Gott, Daniel, Gott sei Dank bist du zurück!“, schluchzte sie und warf sich an seine Brust. „Ich wusste, du würdest begreifen, wie verrückt das war! Mein Vater ist hier, wir können das mit der Presse regeln – wir können ihnen erzählen, es war ein ausgeklügelter Theater-Gag, oder –“
Daniel didn’t flinch. He simply raised his left hand, and one of his private security guards stepped smoothly between him and Vanessa, blocking her with a rigid, outstretched arm.
“Stay back, Miss Vance,” the guard said tonelessly.
Vanessa recoiled, as if she had been slapped. “Miss Vance?! Daniel, look at me! I am your wife!”
“You were never my wife,” Daniel said, his voice echoing off the gilded walls, amplified by the hotel’s public address system which Marcus had quietly patched into. “The minister never signed the registry. And after what you did, you won’t even be a free woman by midnight.”
Margaret stormed forward, her face mottled purple with outrage. “Daniel Sterling, this has gone far enough! You cannot treat us like common criminals! We are the Vances! We built this city while your grandfather was still hauling cargo on the docks! So my daughter slapped a clumsy server—so what?! We will write the girl a check for ten thousand dollars, and she can buy herself a new life! Now send these thugs away and finish this reception!”
Daniel looked at Margaret, a slow, lethal smile touching his lips.
“Ten thousand dollars, Margaret?” Daniel asked quietly. “Is that what you think my sister’s dignity is worth? Tell me… how much is Arthur Sterling’s offshore trust worth?”
The color drained from Margaret’s face so rapidly it looked as though she had suffered a stroke.
Beside her, Richard Vance blinked in utter confusion. “What? What are you talking about? Arthur’s trust?”
“Your wife and daughter didn’t tell you, Richard?” Marcus Cole stepped forward, opening the leather portfolio and pulling out a ream of documents, his voice ringing out like a gavel in a courtroom. “Three days ago, the probate court in Delaware unsealed the supplementary codicil of the late Arthur Sterling. Thirty percent of the core shipping assets—worth an estimated four hundred and eighty million dollars—were willed directly to his surviving biological daughter, Emily Hayes.”
Glares and gasps erupted across the ballroom. The socialites in the back rows began whispering frantically.
“The only condition,” Marcus continued, staring directly at Vanessa, “was that Emily had to be formally identified and reunited with her brother before Daniel’s thirtieth birthday, which is next Tuesday. If she was not found, or if she was disqualified by criminal conviction or mental incapacity, those assets defaulted directly to Daniel’s legal spouse.”
Marcus turned to the crowd, raising his voice so the journalists lurking near the entrance could hear every word.
„Miss Vance erfuhr von dieser Klausel durch ein illegales Leck im Nachlassgericht. Und als sie Emily Hayes’ Namen auf der Cateringliste für die heutige Hochzeit sah, schmiedeten sie und ihre Mutter einen Plan: Emily der Körperverletzung zu bezichtigen, sie verhaften und wegen eines Verbrechens verurteilen zu lassen und sicherzustellen, dass sie rechtlich daran gehindert wurde, ihr Geburtsrecht in Höhe von 480 Millionen Dollar geltend zu machen.“
„Das ist eine Lüge!“, kreischte Vanessa, ihre Stimme überschlug sich in hysterischer Schreierei. „Das ist eine widerliche Lüge! Du hast keinen Beweis! Du erfindest das nur, um mich zu demütigen, weil du mich nicht liebst!“
“Kein Beweis?”, fragte Daniel leise.
Er nickte Marcus zu.
Auf der anderen Seite des Ballsaals erwachten die riesigen, herunterklappbaren Präsentationsleinwände – die ursprünglich installiert worden waren, um eine Montage von Daniels und Vanessas romantischer Kennenlernphase zu zeigen – zum Leben.
Die Überwachungsaufnahmen, die Margaret bei der Bestechung des Küchenchefs zeigten, wurden in atemberaubender HD-Qualität abgespielt. Vanessas Schreie – „Macht sie fertig … sorgt dafür, dass sie dieses Hotel in Handschellen verlässt!“ – hallten mit ohrenbetäubender Klarheit durch die Lautsprecheranlage des Ballsaals.
Vanessa sank auf die Knie und starrte mit unverhohlenem Entsetzen auf den Bildschirm.