„Hallo Gabriel. Ich glaube, Sie haben soeben meine Frau kennengelernt.“

Adrian Costa sagte es, als würde er sich bei einem Nachbarschaftsgrillfest vorstellen und nicht einen Verrat unter einem Kronleuchter verkünden, der mehr wert ist als mein Jahresgehalt.

Im Speisesaal herrschte vollkommene Stille. Ein Champagnerglas glitt jemandem aus der Hand und zerschellte auf dem Marmorboden. Ich lag noch immer auf dem Boden, halb gestützt von Gabriel Vescari, neben mir ein schwerer Goldrahmen, und an meinem Handgelenk trocknete das Blut.

Bianca stieß einen seltsamen Laut aus. Kein Schrei. Nicht wirklich ein Schluchzen. Eher der Laut einer Person, die monatelang eine Lüge einstudiert hatte und nun begriffen hatte, dass es kein sicheres Ende gab.

„Du hast es versprochen“, flüsterte sie Adrian zu.

Er hob sein Glas. „Und du hast mir geglaubt.“

Gabriel stand so langsam auf, dass jeder Gast einen Schritt von ihm abzuwenden schien. Seine schwarze Jacke war an der Schulter, wo das Porträt sie getroffen hatte, zerrissen. Zuerst sah er den Mann in Grau nicht an. Er sah mich an.

„Daniel“, sagte er, „ruf einen Krankenwagen für Olivia. Sag ihnen, sie habe eine Kopfverletzung und eine tiefe Schnittwunde.“

„Ich kann stehen“, flüsterte ich.

„Versuch es gar nicht erst.“

Seine Stimme klang nicht scharf. Das machte das Streiten schwieriger.

Er wandte sich den Gästen zu. „Das Abendessen ist beendet. Meine Angestellten werden Sie durch den Ostflügel hinausbegleiten. Niemand sollte sich um einen Verletzten drängen.“

Ein Geschäftsmann in der Nähe des Kamins begann gegen die draußen wartende Presse zu protestieren. Gabriel warf ihm einen Blick zu. Der Protest verstummte.

Daniel, Gabriels Sicherheitschef, wies zwei Wachen unauffällig zu den Eingängen. Niemand zog eine Waffe. Das war auch nicht nötig. Der Raum war voller Menschen, die wussten, was der Name Vescari bedeuten konnte, und dieses Wissen schuf eine eigene Stille.

Adrian lächelte. Er hatte gepflegtes braunes Haar, ein hübsches Gesicht und trug eine teure Uhr, die die Leute unweigerlich dazu einlud, ihn nach seinem Beruf zu fragen. „Du machst ein großes Aufhebens darum, Gabriel. Du hast doch nur ein Stück Papier.“

„Ein Papier mit Ihrem Namen“, antwortete Gabriel.

„Meine und die meiner Frau.“

Bianca packte Adrian am Ärmel. „Hör auf.“

„Warum? Du wolltest doch den Namen eines anderen Mannes annehmen. Das ist ein denkwürdiges Detail.“

Gabriel machte einen Schritt auf ihn zu. Daniel wich ebenfalls aus, doch Gabriel hob eine Hand.

„Sag mir, warum du gekommen bist.“

Adrians Lächeln wurde breiter. „Damit ja niemand die Vereinbarung falsch versteht.“

„Es gab keine Vereinbarung mit mir.“

„Genau das macht diese Vereinbarung so gut.“

He set down his glass and adjusted his cuffs. “Your family owns a controlling interest in the South Harbor redevelopment fund. The Rinaldis have made generous offers to purchase it. You keep refusing. Bianca had a persuasive plan for changing your mind.”

Several departing guests stopped walking.

Gabriel said, “Daniel, see that the guests leave.”

His security chief nodded, but his eyes remained on Adrian.

“Marriage,” Adrian continued, as if delivering a speech he’d practiced in the mirror, “has a wonderful way of encouraging trust. A bride asks for a signature. A groom signs. Paper becomes property. Property becomes somebody else’s problem.”

Bianca looked sick. “We were never supposed to do this here.”

Gabriel’s gaze moved to her. “So there was a plan.”

She opened her mouth and closed it.

I tried to shift my weight. A bolt of pain traveled from my shoulder into my neck, and I gasped. Gabriel immediately looked down.

“Olivia?”

“I’m okay.”

“You’re not.”

The statement wasn’t cruel. It was a plain fact, and suddenly I wanted to cry because no one had allowed me a plain fact for three hours. Bianca had told me to hide the blood. To smile. To say I’d fallen. Until that moment, part of me had believed that being frightened was somehow the same as being weak.

Gabriel crouched beside me again and folded his jacket under my head. “Stay with me.”

Adrian watched with an interested expression. “Careful, Gabriel. Your employees might start thinking they’re people.”

Something changed in Gabriel’s eyes. His face didn’t twist. He didn’t shout. He spoke in the quiet voice that made even the men carrying his last name listen.

“She is a person. That’s the first thing you failed to understand tonight.”

For the first time, Adrian’s smile faltered.

A woman in a pale blue dress knelt at my other side. I recognized her as Dr. Lena Shah, a guest who had once treated Gabriel after a car accident. She asked my name, the date, and whether I could feel my toes. I answered, fighting dizziness. She pressed clean table linen against my arm and told me the ambulance was close.

Bianca backed toward the double doors.

“Don’t leave,” Daniel said.

“You can’t hold me here.”