„Halt den Mund, du elendes Miststück!“, kreischte Victoria, die nun völlig die Kontrolle verlor. „Ein Niemand wie du hat hier überhaupt kein Recht zu sprechen!“

„Sie spricht, so viel sie will“, donnerte Ethans Stimme durch den Raum. Er wandte sich an den Catering-Manager, der in einer Ecke am Rande des Zusammenbruchs stand. „Miller!“

Der Manager rannte herbei, den Schweiß im Gesicht, die Knie weich wie Wackelpudding. „J-ja, Mr. Vance? Was kann ich tun…“

„Diese junge Dame“, sagte Ethan und zeigte auf Emma, „wie lautet ihr Name?“

„E-Emma Carter, Sir.“

„Miss Carter arbeitet ab sofort nicht mehr für Ihr Unternehmen, Miller“, erklärte Ethan kühl.

Emmas Herz machte einen schmerzhaften Satz nach unten. Selbst jetzt, wo sie wusste, dass sie gefeuert war, schmerzte die Realität. Die Rechnungen, die Miete, die Zukunft ihrer Familie – alles schien wieder auf sie einzustürzen.

„Denn ab dieser Sekunde“, fuhr Ethan fort und sah Emma direkt in die Augen, „ist sie bei Vance Global angestellt. Als meine persönliche Chef-Beraterin für soziale Projekte. Ihr Gehalt wird das Zehnfaches dessen betragen, was Sie ihr hier gezahlt haben, inklusive vollständiger, rückwirkender Übernahme aller medizinischen Kosten für ihre gesamte Familie.“

Ein lautes Raunen ging durch die Menge. Niemand konnte glauben, was er da hörte.

Emma starrte den Millionär mit weit aufgerissenen Augen an. „Ich… Sie… Sie machen Witze.“

„Ich mache nie Witze, wenn es um Loyalität und Charakter geht, Miss Carter“, erwiderte Ethan mit einem respektvollen Nicken. „Sie haben in zehn Sekunden mehr Rückgrat bewiesen als jeder andere Gast in diesem Raum.“

Victoria lachte hysterisch auf, eine Mischung aus Panik und Wut in der Stimme. „Ethan, du bist verrückt geworden! Du ruinierst jahrelange Geschäftsbeziehungen wegen einer billigen Kellnerin und einer senilen Bettlerin?!“

Ethan wandte sich langsam zu ihr um, und sein Blick war pure Kälte. „Die Geschäftsbeziehungen zu den Langfords sind hiermit offiziell beendet, Victoria. Meine Anwälte werden um Mitternacht jeden einzelnen gemeinsamen Vertrag kündigen. Und was Ihre Familie angeht: Ich werde persönlich dafür sorgen, dass keine Bank in diesem Land Ihnen jemals wieder einen Kredit gewährt.“

Victoria schnappte nach Luft, als hätte man ihr in den Magen geschlagen. „Du kannst das nicht tun! Mein Vater wird dich zerstören!“

„Versuchen Sie es doch“, entgegnete Ethan leise und gab seinen Sicherheitsleuten ein kurzes Handzeichen. „Bringt diese Frau hinaus. Und sorgt dafür, dass sie nie wieder einen Fuß in ein Gebäude setzen kann, das mit meinem Namen verbunden ist.“

Zwei kräftige Männer packten Victoria an den Armen, während diese schrie, um sich schlug und mit ihren High Heels über den polierten Marmorboden kratzte, bis die schweren Flügeltüren hinter ihr zufielen und ihre Schreie im Flur verhallten.

Der Saal atmete aus. Die angespannte Stille wich einem leisen, nervösen Gemurmel.

Ethan kniete sich noch einmal kurz zu Mrs. Evelyn herab und drückte sanft ihre Hand. „Ich bringe Sie jetzt in einen ruhigen Raum, Mrs. Reed. Ein Arzt kümmert sich sofort um Sie, und danach besprechen wir, wie wir Ihr altes Lebenswerk wieder aufbauen.“

Mrs. Evelyn wischte sich eine Träne aus dem Gesicht und lächelte. „Danke, mein Junge. Aber bedanke dich bei diesem wunderbaren Mädchen hier. Sie hat mich gerettet.“

Ethan stand auf, wandte sich Emma zu und streckte ihr die Hand entgegen. „Miss Carter, bereit für Ihren ersten Arbeitstag?“

Emma blickte auf die ausgestreckte Hand des mächtigsten Mannes von Chicago, dann auf die alte Dame im Rollstuhl, die ihr dankbar zunickte. Die Last der letzten Monate schien von ihren Schultern zu fallen, und zum ersten Mal seit Jahren konnte Emma wieder frei und tief durchatmen.

Sie ergriff Ethans Hand und lächelte durch ihre Tränen hindurch. „Ja, Mr. Vance. Ich bin bereit.“