Damon Cross trat mit einem einzigen, brutalen Fußtritt die schwere Eichentür des Arbeitszimmers von Arthur Vance auf.
Der Raum war mit kostbaren Ölgemälden und antiken Holztäfelungen ausgestattet, in dessen Mitte der gealterte, aber äußerlich gefasste Milliardär an einem Mahagonischreibtisch saß, einen Kristallbecher mit Brandy in der Hand.
Arthur Vance blickte nicht einmal überrascht auf, als Damon mit gezückter Waffe das Zimmer betrat, gefolgt von zwei seiner schwer bewaffneten Männer.
“Damon Cross”, sagte Vance mit ruhiger, fast amüsanter Stimme, während er einen Schluck seines Getränks nahm. “Ich wusste, dass du klug genug bist, die Fäden zu verbinden. Aber ich hätte nicht gedacht, dass du so schnell an meiner Haustür stehst.”
Damon ging langsam auf den Schreibtisch zu, seine Augen brannten vor unbändiger Wut, während der Lauf seiner Waffe direkt auf Vances Brust gerichtet war.
“Du hast einen tödlichen Fehler gemacht, Arthur”, zischte Damon, jede Silbe scharf wie ein Rasiermesser. “Du hast es gewagt, jemanden anzugreifen, der unter meinem Schutz steht.”
Vance lächelte dünn, stellte den Becher langsam auf dem Tisch ab und lehnte sich zurück.
“Wegen dieser unwichtigen Kellnerin? Einem Niemand aus den Slums?”, spottete der Milliardär kühl. “Du lässt dich von persönlichen Gefühlen leiten, Damon. Das wird dein Untergang sein. Der Junge, ihr Bruder, hat Dokumente gestohlen, die mein gesamtes Imperium hätten stürzen können. Seine Schwester weiß vielleicht noch nichts davon, aber das Risiko war zu groß. Silas war nur das Werkzeug, um das Problem zu lösen.”
Damon verzog keine Miene, doch der Druck an Abzug seiner Waffe verstärkte sich infinitesimal.
“Silas hat versagt”, sagte Damon leise. “Und du wirst für jeden einzelnen Cent bezahlen, den du in diese Verschwörung gesteckt hast. Aber du wirst es nicht von diesem Stuhl aus tun.”
“Glaubst du wirklich, dass ich unvorbereitet bin?”, lachte Vance plötzlich leise, wobei ein gefährliches Funkeln in seinen Augen aufblitzte. “Schau dir den Bildschirm an deiner linken Seite an, Damon.”
Damon warf einen schnellen Blick auf den großen Monitor an der Wand, der plötzlich aus dem Standby-Modus erwachte.
Das Bild zeigte Keishas Krankenhauszimmer in Echtzeit.
Drei weitere bewaffnete Agenten von Vance standen dort, ihre Waffen auf den verbliebenen Leibwächter und die wehrlose Keisha gerichtet.
“Ein einziger Befehl von mir, und das Mädchen stirbt, noch bevor du auch nur abdrücken kannst”, sagte Vance triumphierend, während er eine Hand langsam an die Innentasche seines Jacketts führte. “Also, Damon… wer von uns hält wirklich die Fäden in der Hand?”
Damon spürte, wie sich das Blut in seinen Adern für einen Bruchteil einer Sekunde verlangsamte.
Der Gedanke an Keisha, wie sie dort lag, verletzlich und unschuldig, entfachte in ihm eine Wut, die selbst seine dunkelsten Tage im Untergrund übertraf.
Doch anstatt einzuknicken, verzog sich sein Gesicht in ein kaltes, furchteinflößendes Lächeln.
“Du verstehst mich immer noch nicht, Arthur”, flüsterte Damon, während er den Blick nicht von dem alten Mann abwandte. “Ich spiele nicht nach deinen Regeln.”
Bevor Vance reagieren konnte, drückte Damon ab – nicht auf sein Herz, sondern auf das Kommunikationsgerät an seinem Ohr.
“Team Zwei, Position einnehmen”, befahl er mit eiserner Stimme.
Aus den Lautsprechern des Krankenhausmonitors auf dem Tisch ertönte plötzlich ein dumpfer Knall, gefolgt von dem Geräusch berstenden Glases und schnellen, präzisen Schüssen.
Die Agenten auf dem Bildschirm brachen einer nach dem anderen zusammen, noch bevor sie den Abzug betätigen konnten, niedergestreckt von Damon Elitesoldaten, die über das Dach in das Zimmer eingedrungen waren.
Vances Gesicht verlor schlagartig jede Farbe.
“Das… das ist unmöglich…”, stammelte der Milliardär, als er sah, wie seine Männer auf dem Bildschirm zu Boden gingen.
“In meiner Stadt gibt es nichts Unmögliches”, sagte Damon kalt, trat zwei Schritte näher und presste den Lauf seiner Waffe direkt an Vances Schläfe. “Und jetzt erzählst du mir alles über den verfluchten Ledger, oder ich sorge dafür, dass dein Imperium noch vor Sonnenaufgang in Flammen aufgeht.”
Die Stille im Arbeitszimmer war greifbar, unterbrochen nur durch das schwere Atmen des alten Mannes, der plötzlich realisierte, dass sein ganzes Geld und seine Macht ihn nicht vor dem Zorn von Damon Cross retten konnten.
Miles entfernt, im sicheren, aber immer noch von Adrenalin durchströmten Krankenhauszimmer, blickte Keisha auf die Männer in schwarzen Uniformen, die den Raum sicherten, während einer von ihnen das Funkgerät an sein Ohr hob.
“Boss, der Bereich ist gesichert”, meldete der Soldat mit fester Stimme. “Der Befehlshaber ist gefasst.”
Keisha lehnte sich erschöpft gegen die Kissen, schloss die Augen und spürte zum ersten Mal seit Stunden, wie die Last von ihren Schultern fiel.
Sie wusste, dass sich ihr Leben für immer verändert hatte.
Sie war keine einfache Kellnerin mehr, die sich um Rechnungen und siebzehn Dollar auf dem Konto sorgen musste.
Sie war in die Schattenwelt von Damon Cross gezogen worden – und es gab keinen Weg mehr zurück.