Sie schüttelten rasch die Köpfe und eilten hinaus. Augenblicke später war der weitläufige Speisesaal völlig leer; nur die drei Gestalten am Ehrentisch waren noch im Schein der elfenbeinfarbenen Kerzen zu sehen.
Daphnes Satinkleid raschelte, als sie unruhig auf ihrem Stuhl hin und her rutschte und sich plötzlich bewusst wurde, wie völlig allein sie war.
„Silas, Liebling, du übertreibst maßlos“, stammelte Daphne, während ihre Hände über das polierte Silberbesteck flatterten. „Sie ist doch nur ein Hausmädchen. Warum machst du vor unseren Geschäftspartnern so ein Theater wegen eines simplen Haarschnitts?“
„Hast du wirklich geglaubt, du könntest diese Frau in meinem Haus entweihen und mein Schweigen fordern?“, fragte Silas, und sein Tonfall sank um eine tödliche Oktave.
„Es waren doch nur Haare!“, entgegnete Daphne, ihre Wut flammte auf, und ihre rosige Haut färbte sich unschön rot. „Sie hat damit geprahlt! Es ist völlig unangebracht, dass eine Dienerin so herumstolziert, um die Aufmerksamkeit ihres Arbeitgebers zu erregen! Ich habe diesem Haushalt einen Gefallen getan, indem ich sie in ihre Schranken gewiesen habe!“
Nora stieß einen leisen, herzzerreißenden Schluchzer aus. Sie versuchte zurückzuweichen, wünschte sich nichts sehnlicher, als sich in den Schatten der Dienerquartiere zurückzuziehen, doch Silas streckte sanft seine tätowierte Hand aus, um ihr den Weg zu versperren und sie sicher an seiner Seite zu halten.
„Glaubst du, ich bin blind für die Grausamkeit, die sich hinter deinem verdrehten Sinn für Etikette verbirgt, Daphne?“, fragte Silas und beugte sich leicht nach vorn, wodurch ein Schatten auf Daphnes Diamantohrringe fiel.
„Ich bin Ihre Verlobte!“, kreischte Daphne, ihre Stimme verlor jeglichen kultivierten Ton. „Sie demütigen mich vor unseren Familien wegen einer Dienerin! Sie wollte nur Ihre Aufmerksamkeit erregen! Sie nutzt ihre zarten Gesichtszüge, um Ihre Aufmerksamkeit zu erregen!“
„Ist deine Unsicherheit so tiefgreifend, dass du dich schon durch die bloße Anwesenheit einer sanftmütigen Frau bedroht fühlst?“, fragte Silas, seine Augen zu kalten Schlitzen verengt.
„Ich verlange Respekt!“, schrie Daphne und schlug mit ihrer manikürten Hand auf den Walnusstisch.
„Hast du jemals darüber nachgedacht, dass man sich Respekt durch grundlegende menschliche Anständigkeit verdient, und nicht durch ein Satinkleid und einen Titel?“, fragte Silas, während er seine breiten Schultern straffte und auf die Frau herabsah, die er heiraten sollte.
Das sanfte Kerzenlicht flackerte auf dem polierten Kristall und verströmte eine zarte Eleganz, die in scharfem Kontrast zu Daphnes brutalem Handeln stand. Noras Atem ging flach und unregelmäßig, ihre zarten Gesichtszüge waren noch immer vom Schock gezeichnet. Der gewaltsame Übergriff im Salon am frühen Nachmittag hatte ihr Sicherheitsgefühl im Herrenhaus zutiefst erschüttert, und die rauen Haarspitzen, die ihr in den Nacken strichen, erinnerten sie quälend und unaufhörlich daran.
Silas drehte seinen Körper leicht und stellte sich zwischen Daphne und das zitternde Dienstmädchen.
„Würdest du mir genau erklären, wie du sie bändigen konntest, Daphne?“, fragte Silas mit seiner tiefen Stimme, die absolut keinen Raum für Verhandlungen oder Lügen ließ.
Daphne keuchte auf und presste ihr Satinkleid an die Brust. „Du würdest es nicht wagen, mich so zu verhören! Mein Vater ist Marcus Whitmore! Wir sind ein strategisches Bündnis, Silas! Du kannst mich nicht wie eine deiner Straßenkämpferinnen behandeln!“
„Glaubst du, der Name deines Vaters dient als Schutzschild gegen meinen Zorn in meinem eigenen Herrenhaus?“, fragte Silas und machte einen langsamen, bedächtigen Schritt um den geschnitzten Walnussstuhl herum, um die Distanz zwischen ihnen zu verringern.
Realizing the absolute danger radiating from his angular face, Daphne’s bravado began to crack. “She wouldn’t sit still! I had my guards hold her down in the parlor! She was crying and thrashing like an animal, making a massive mess on the rugs!”
Nora covered her face with her hands, the humiliating memory flooding back. “I didn’t do anything to you,” she wept, her voice muffled. “I only brought you your tea.”
“Did you feel powerful while your men held a helpless woman down so you could butcher her hair with fabric shears?” Silas asked, his dark eyes completely devoid of mercy or warmth.
“She deserved it!” Daphne spat, her diamond earrings swinging wildly as she stood up. “She is trying to steal you, Silas! I see the way you look at her! You never look at me with that quiet affection! I had to strip her of her vanity so you would finally see her for the peasant she is!”
“Is destroying another person’s dignity the best strategy you could devise to win a man’s loyalty?” Silas asked, stepping so close to Daphne that she was forced to lean back over the table.
“I did it for us!” Daphne insisted, tears of frustration ruining her immaculate makeup. “We are getting married next month! You cannot spend your evenings watching a maid pour your water when I am sitting right next to you!”