
Alisa Ashcroft hatte geglaubt, den Mann zu verstehen, mit dem sie fast vierzig Jahre verheiratet war, doch diese Fremde im Brautkleid hatte mit einer Vertrautheit zu Gideon gesprochen, die er noch nie zuvor bei jemandem erlebt hatte. Ihre Frage hallte durch den Lärm der missglückten Zeremonie, wo die Gäste noch immer flüsterten und abgefallene Rosen auf dem Marmorboden verstreut lagen. Gideon stand einige Schritte entfernt, sein Gesicht ausdruckslos, und beobachtete, wie der alte Mann von Sicherheitsleuten zum Seiteneingang geleitet wurde. Als Alisa ihren Mann ansah, wich er ihrem Blick aus und begann, dem Manager Anweisungen zu geben, mit der beherrschten Autorität, die er immer an den Tag legte, wenn ein Geschäftsabschluss zu scheitern drohte.
Willa hatte aufgehört zu weinen, doch ihre kleinen Finger klammerten sich noch immer an Alisas Hand. Das elfenbeinfarbene Kleid des kleinen Mädchens war fleckig, weil sie über das Blumengesteck gestolpert war, und einer ihrer weißen Schuhe war unter den zerbrochenen Paneelen verschwunden. Alisa hielt sie fest im Arm und spürte ihren unregelmäßigen Atem an ihrer Schulter. Minuten zuvor war Willa mit einer Axt auf ihren Bruder zugerannt, und Alisa erinnerte sich noch genau an den schrecklichen Moment, als sie befürchtet hatte, ihre Tochter könnte jemanden statt der Wand treffen.
Auf der anderen Seite des Raumes wich Adrian nicht von Tessas Seite, während die Rettungskräfte die Spuren an ihren Handgelenken untersuchten. Tessas Brautkleid hatte sich an den scharfen Kanten des eingestürzten Schaufensters verhakt, die zarte Spitze war am Saum eingerissen, und ihr dunkles Haar fiel ihr lose ins Gesicht. Obwohl sie körperlich unverletzt war, verkrampften sich ihre Schultern bei jeder unerwarteten Bewegung. Adrian hielt sie fest im Arm, seine Gedanken kreisten zwischen der Frau, die er beinahe geheiratet hätte, und der älteren Betrügerin, die auf unerklärliche Weise ihren Platz eingenommen hatte.
Als ein Polizist sie für ihre erste Aussage befragte, fiel es Tessa schwer, die Momente vor ihrem Verschwinden zu beschreiben. Sie erinnerte sich daran, aus ihrer Hochzeitssuite gerufen worden zu sein, weil angeblich jemand ein Problem mit ihrem Schleier entdeckt hatte. Dann sah sie den engen Flur und den plötzlichen Druck fremder Hände, die sie packten. Von da an brachen ihre Erinnerungen ab, und der Polizist gab ihr Zeit, sich zu sammeln, anstatt sie in ihrer sichtlich aufgewühlten Situation mit Details zu bedrängen.
„Celia sagte mir, jemand müsse den Schleier am Nebeneingang zurechtrücken“, erklärte Tessa und rieb sich die schmerzenden Handgelenke. „Ich dachte, es wäre nur wieder so ein Problem mit den Blumen. Ich habe die Anweisungen befolgt, weil ich allen, die hier arbeiten, vertraut habe.“
Alisa looked toward the ballroom doors, searching for Celia Hartwell among the remaining staff. The wedding planner had supervised every arrangement at Rosehaven, from the catering service to the enormous rose display that now lay in pieces across the altar. Earlier that morning, she had assured Alisa that everything was proceeding smoothly, even bringing Tessa a cup of tea while the hairstylist finished her work. Now Celia stood near the service corridor speaking to an employee, her face drawn beneath the same immaculate makeup she had worn throughout the preparations.
An officer suggested that Willa should rest somewhere quiet until the immediate confusion had settled. Alisa carried her daughter into a small sitting room adjoining the conservatory, where the music from the ballroom had finally stopped. Through the open windows came the distant sound of vehicles arriving along the gravel drive, mingled with the fragrance of climbing roses outside. Willa sat curled against her mother on a velvet sofa, watching Alisa examine a shallow scratch on her palm.
For several minutes, Alisa simply held her daughter and allowed her to settle. She had learned during the years since adopting Willa that the little girl often needed silence before she could describe something frightening, particularly when adults had already dismissed her concerns. Willa eventually reached toward the ribbon tied around Alisa’s wrist, a narrow blue satin bow that had been part of the wedding preparations. Her expression changed as she touched the fabric, and she began explaining what had happened before the ceremony.
“I put a blue bow on Tessa’s shoe because she said every bride needs something blue,” Willa murmured, turning the ribbon between her fingers. “She let me make the knot myself, even though it wasn’t very pretty. I saw that same bow behind the flowers.”
Alisa remembered the moment clearly. Tessa had knelt beside Willa that morning, patiently holding out her satin shoe while the little girl struggled with the ribbon. The bride had laughed when the bow came out uneven, promising to wear it exactly as Willa had tied it because nobody else could have made one quite like hers. Alisa had watched them from the doorway, grateful that her future daughter-in-law treated Willa’s affection with such tenderness.
Willa continued describing her movements through the preparation rooms, speaking slowly as she tried to remember their order. Before finding Tessa, she had gone looking for her flower basket and wandered past a partially open dressing-room door. Inside, an elderly man wearing a white gown had been standing before a mirror, carefully positioning something that looked like Tessa’s face over his own. Celia had appeared before Willa could understand what she was seeing and guided her away, explaining that someone was preparing a special surprise for the wedding.
Die Erklärung hatte Willa beunruhigt, denn sie hatte Tessa bereits oben beim Anziehen gesehen. Sie ging zurück zum Wintergarten, um ihren Bruder zu suchen, als sie hinter dem riesigen Rosenarrangement ein leises Klopfen hörte. Zwischen zwei Zierpaneelen entdeckte sie einen weißen Satinschuh mit einer schiefen blauen Schleife. Als Willa näher kam, sah sie Tessas ängstliche Augen durch den schmalen Spalt und erkannte, dass ihre zukünftige Schwägerin in dem versteckten Hauswirtschaftsraum saß.