Richard opened his mouth to argue, saw the look in Luca’s eyes, and thought better of it. He grabbed Vanessa’s elbow and pulled her out of the dining room.
As soon as their footsteps faded down the hall, the strength left my legs. I sank back into the chair, staring at the dark red wine soaking through my white apron into my uniform dress.
My mother had another oncology follow-up on Tuesday. The copay alone was four hundred dollars. If I lost this job tonight, I had no savings left.
A shadow fell over me. I braced myself, expecting Luca to tell me to pack my things.
Instead, he shrugged off his dark tailored jacket and draped it gently over my shoulders, covering my torn sleeve and the wine stains. The fabric was warm and smelled faintly of cedarwood and espresso.
“Did he hurt your wrist?” Luca asked quietly.
I looked up at him, startled by the gentleness in his voice. “It’s just a bruise, sir.”
Er zog einen Stuhl näher heran und setzte sich mir direkt gegenüber, sodass wir auf Augenhöhe waren. Der skrupellose Boss aus Chicago war verschwunden; an seiner Stelle saß ein Mann, der seit über einem Jahrzehnt einen tiefen Groll mit sich herumtrug.
„Emily, egal wie hoch die Arztrechnungen deiner Mutter dieses Jahr ausfallen, betrachte sie als bezahlt“, sagte er bestimmt. „Du verlierst deinen Job nicht. Niemand in dieser Stadt wird dir etwas antun. Jetzt erzähl mir alles, was Claire dir erzählt hat, bevor sie gegangen ist.“
Ich zog seine Jacke enger um mich und griff in die tiefe Innentasche meiner fleckigen Schürze. Meine Finger umschlossen einen kleinen, kalten Gegenstand, der in ein verblichenes Leinentaschentuch gewickelt war.
„Claire hat mir nicht einfach eine Geschichte erzählt, Mr. Moretti“, sagte ich und legte das Bündel auf den Tisch zwischen uns. „Sie hat etwas hinter den Dielen im Dienstbotenzimmer gefunden. Etwas, das Elena in der Nacht ihres Verschwindens versteckt hatte.“
Ich entfaltete das Leinentuch.
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In der Mitte lag eine schwere silberne Taschenuhr mit gesprungenem Glas – stehengeblieben bei 2:14 Uhr – und ein gefaltetes, vergilbtes Stück Papier, das keineswegs ein Geständnis war.
Es handelte sich um einen Entlassungsschein aus dem Krankenhaus aus der Nacht, in der Marco starb, unterschrieben nicht von einem Arzt, sondern von Richard Bellini.
Luca starrte die silberne Taschenuhr an, als blickte er in einen Geist.
Langsam, mit kaum zitternden Fingern, griff er danach und hob es aus dem Leinentaschentuch. Er drehte es um. Auf der angelaufenen Silberrückseite waren die Initialen MM eingraviert.
„Das war die Uhr meines Großvaters“, flüsterte Luca mit rauer Stimme. „Er schenkte sie Marco zu seinem 21. Geburtstag. Marco trug sie immer bei sich. Als die Polizei vor zwölf Jahren die Leiche meines Bruders aus dem See nahe dem Bootshaus barg, waren seine Taschen leer. Sie sagten mir, Elena hätte ihn ausgeraubt, bevor sie floh.“
„Sie hat ihn nicht ausgeraubt, Sir“, sagte ich leise. „Claire fand ihn eingeklemmt unter der losen Heizkörperverkleidung in Zimmer 4B – dem kleinsten Dienstmädchenzimmer im Dachgeschoss. Bevor ich in mein jetziges Zimmer unten zog, habe ich eine Woche lang in 4B geschlafen. Die Dielen dort oben wurden seit Jahren nicht mehr erneuert.“
Lucas Kiefermuskeln spannten sich an, als er das vergilbte Papier neben der Uhr aufhob.
Es handelte sich um einen Aufnahme- und Entlassungsbericht der St. Jude Privatklinik im Norden Chicagos vom 14. November vor zwölf Jahren. Die Patientin war als Jane Doe eingetragen und wurde um 23:30 Uhr mit einem Schlüsselbeinbruch und schweren Prellungen eingeliefert.
Ganz unten, unter „Finanzielle Garantie & Freigabeermächtigung“, befand sich eine markante, unmissverständliche Unterschrift: Richard V. Bellini.
„Halb zwölf Uhr nachts“, murmelte Luca und kniff die dunklen Augen zusammen, als er den Zeitstempel las. „Marco starb um zwei Uhr morgens. Diese Uhr blieb um 2:14 Uhr stehen – als das kalte Wasser auf das Uhrwerk traf.“
Er blickte zu mir auf, und auf seinem Gesicht dämmerte eine erschreckende Erkenntnis.
„Wenn Elena um Mitternacht mit einem gebrochenen Schlüsselbein in einer Klinik am anderen Ende der Stadt war“, flüsterte Luca, „dann war sie nicht im Bootshaus, als mein Bruder starb.“
Mir lief ein Schauer über den Rücken. Zwölf Jahre lang hatte Luca die Frau gehasst, die sein jüngerer Bruder liebte. Er hatte die Geschichte geglaubt, die Richard Bellini ihm zusammengetragen hatte – dass Elena eine gierige Opportunistin war, die in Panik geriet, als ein Raubüberfall schiefging.
„Warum sollte Herr Bellini Elenas Krankenhausrechnung unter falschem Namen bezahlen?“, fragte ich. „Und wenn sie in der Klinik war, wie kam Marcos kaputte Uhr dann hier im Dachboden der Villa versteckt hin?“
Luca stand abrupt auf und steckte sowohl die Uhr als auch den Zettel ein. „Warte hier.“
“Mr. Moretti, please don’t leave me alone down here,” I said before I could stop myself. I stood up, his jacket slipping slightly on my shoulders. “Vanessa knows the layout of the service halls better than anyone. If she realizes what I gave you—”
Luca stopped. He looked at my bruised wrist, then at the fear in my eyes. Something protective flickered across his harsh features.
“You’re right,” he said quietly. “Come with me. Stay right behind me.”
Instead of heading toward the library where Richard and Vanessa were waiting, Luca led me through the butler’s pantry and up the narrow back staircase toward the third-floor attic.
The air grew colder as we climbed. The third floor had been closed off since the renovation five years ago. Dust covered the wainscoting, and the hallway smelled of old pine and dry plaster.
Luca pushed open the door to Room 4B and switched on the bare overhead bulb.
A narrow iron bed frame stood in the corner beside a rusted cast-iron radiator.
Only the room wasn’t undisturbed.
The mattress had been shoved halfway off the frame. And on the floor beside the radiator, the loose wooden plank had been pried completely open.
I gasped, stepping back against Luca’s chest. “Someone’s been up here tonight.”
Luca’s hand went instinctively to my arm, steadying me as he scanned the tiny room. “Vanessa was ten minutes late coming down to cocktails before dinner,” he said grimly. “When you stood up to her in the kitchen earlier this week, she must have realized Claire talked to you before leaving.”
He walked over to the gaping hole beneath the radiator and knelt on one knee. Reaching deep into the dusty cavity between the floor joists, he felt around the wooden beams.
“Did Claire take everything that was in here?” Luca asked.
“She told me she only grabbed what was wrapped in the handkerchief because she heard footsteps on the stairs,” I replied, stepping closer.
Luca’s fingers scraped against metal at the very back of the joist. He pulled hard. With a screech of rusted hinges, a flat tin tobacco box slid out from under the subflooring.
He pried the lid open.
Inside lay a strand of cheap freshwater pearls with a broken clasp, a faded photograph of a smiling young man with Luca’s dark eyes holding his arm around a petite brunette in a maid’s uniform—and a one-way Greyhound bus ticket stub to Milwaukee.