—Du hast mich angerufen.

-Ja.

Léa blickte sich um: ihre Wohnung, ihre Bücher, ihre Pflanzen, ihre Schlüssel, die auf dem Tisch lagen.

—Aber wenn ich dich jetzt anrufe, dann nicht mehr, damit du kommst und mich rettest.

Camille lächelte trotz ihrer Tränen.

—Und warum?

Léa deutete auf die Kaffeemaschine.

—Weil du die einzige Person bist, die ich kenne, die stundenlang fahren würde, um so einen schlechten Kaffee zu trinken.

Sie lachten.

Camille ging zu ihrem Auto hinunter.

Der Himmel war klar.

Ihr Telefon klingelte, als sie den Wagen startete.

Einen Augenblick lang zog sich sein Herz zusammen, wie schon in der Vergangenheit.

Dann schaute sie auf den Bildschirm.

Léa.

Camille antwortete sofort.

-Was ist das?

Am anderen Ende der Leitung lachte ihre Schwester.

—Du hast deinen Schal vergessen.

Camille schloss die Augen.

Und dieses Mal, als sie Léas Stimme am Telefon hörte, war da kein Blut, keine Angst, kein Hilferuf.

Einfach eine Schwester, die auflegen konnte, wann immer sie wollte, ihre eigene Tür öffnen oder schließen konnte, selbst entscheiden konnte, wer in ihr Leben trat, und die wusste, dass in ihrem Zuhause niemand mehr irgendetwas von ihr besaß.