Als sie in das Labyrinth aus Versandkisten flohen, fiel ein Schatten vom Dach über ihnen herab. Victoria hob ihr gestohlenes Gewehr, doch die Gestalt hob nur die Hände.

Es war Maria. Das Dienstmädchen. Aber sie trug nicht mehr die Uniform; sie war in dunkle taktische Ausrüstung gehüllt.

“Erschieß sie!”, schrie Silas.

„Warte!“, rief Maria. „Auch Julian hat mich verraten! Nachdem ich das gefälschte Video hochgeladen hatte, versuchte er, mich zum Schweigen zu bringen. Ich habe es nur mit Mühe geschafft, zu entkommen.“

Kapitel 10: Das Galafest des Teufels

Julian veranstaltete eine Wohltätigkeitsgala in seinem neu erworbenen Firmensitz – einem gläsernen Monolithen im Herzen des Finanzviertels. Es war die perfekte Tarnung, um seine Machtübernahme zu festigen, während Victoria die Schuld auf sich nahm.

Victoria, Maria und Silas schmiedeten einen Plan. Silas sollte sich von einem Lieferwagen auf der anderen Straßenseite aus in das Sicherheitssystem des Gebäudes hacken. Maria sollte die biometrische Sicherheitskontrolle umgehen, und Victoria sollte sich in die Party einschleichen.

In einem gestohlenen, rückenfreien schwarzen Abendkleid, das ein ganzes Waffenarsenal verbarg, betrat Victoria den Ballsaal. Ihr Blick traf Julian quer durch den überfüllten Saal. Sein selbstgefälliges Grinsen verschwand für einen kurzen Augenblick, bevor er es mit einem höflichen Lächeln überspielte. Er wusste, dass sie da war. Das Katz-und-Maus-Spiel hatte begonnen.

Kapitel 11: Das Gewölbe

Während Julian von den Gästen abgelenkt war, entwischte Victoria und ging zum privaten Aufzug. Maria war bereits dort und hackte das Tastenfeld. Die Türen glitten auf und brachten sie ins oberste Stockwerk.

Der Tresorraum war ein Meisterwerk moderner Sicherheitstechnik – Netzhautscanner, Druckplatten und Lasergitter. Maria machte sich an die Arbeit, ihre Finger flogen über ein speziell angefertigtes Terminal. Silas’ Stimme knisterte in ihren Ohrhörern und führte sie durch die Tastenabfolge.

Kapitel 12: Das doppelte Verrat

„Download abgeschlossen“, sagte Maria und zog das Laufwerk heraus.

Victoria atmete erleichtert aus. „Los geht’s.“

Plötzlich wirbelte Maria herum, die Pistole mit Schalldämpfer direkt auf Victorias Kopf gerichtet. „Es tut mir leid, Victoria. Aber Julian hat mir ein besseres Angebot gemacht.“

Victoria erstarrte. „Du lügst. Du hast gesagt, er habe versucht, dich umzubringen.“

Kapitel 13: Die mexikanische Pattsituation

„Hervorragende Arbeit, Maria“, lobte Julian langsam. „Jetzt gib mir bitte die Festplatte und die Tasche.“

Victoria überlegte kurz. Drei Wachen, Julian und Maria. Langsam stellte sie die Louis-Vuitton-Tasche auf den Boden.

Kapitel 14: Die Hölle

Ein blendender Lichtblitz und ein ohrenbetäubender Knall zerrissen den Tresorraum. Geblendet feuerten die Wachen wild um sich. Victoria packte Maria, entriss ihr die Waffe und sicherte sich den USB-Stick.

Kugeln schlugen in die Server ein und trafen die zentrale Kühlleitung. Sofort heulten die Warnsirenen auf, als im ganzen Raum elektrische Brände ausbrachen.

Victoria erschoss die beiden verbliebenen Wachen und richtete dann ihre Waffe auf Julian. Er presste die Hände vor die Augen und versuchte, wieder klar zu sehen.

Kapitel 15: Der Verschwindeakt

Rauch quoll in den Flur. Victoria schnappte sich die Louis-Vuitton-Tasche und umklammerte den USB-Stick fest. Sie ließ Julian und Maria hustend im brennenden Tresorraum zurück und rannte zum Notausgangstreppenhaus.

Sie hatte es gerade noch aufs Dach geschafft, als ein Hubschrauber zum Landeanflug ansetzte. Doch es war nicht Silas. Der Hubschrauber trug die schwarzen Insignien des Volkov-Kartells. Schwer bewaffnete Söldner lehnten sich aus den Seitentüren, die Gewehre auf sie gerichtet.

Unter ihr stand das Gebäude in Flammen. Über ihr forderte das Kartell seinen Diamanten.