— Mama, komm her.
Camille zögerte. Jahrelang war sie es gewesen, die die Fotos arrangiert, Kragen gerichtet, Wangen abgewischt und dann hinter der Kamera verschwunden war. Diesmal trat sie selbst ins Bild.
Zoé hob die Arme.
— Lächeln, Mama!
Camille lächelte.
Nicht das höfliche Lächeln der Vasseur-Dinner. Nicht jenes, das sich dafür entschuldigte, zu intensiv zu existieren. Ein zerbrechliches, unvollkommenes Lächeln, von Müdigkeit gezeichnet, aber dennoch ihres.
Als die Kinder später zur Schaukel rannten, blieb Pierre in ihrer Nähe.
„Bist du glücklich?“, fragte er.
Camille blickte in den Garten. Manon lachte, ohne auf das Tor zu achten. Elise schalt Clara sanft, weil sie zu viel Kuchen gegessen hatte. Jeanne hatte ein Haus auf eine Serviette gemalt: Diesmal war die Tür riesig, blau und weit offen. Zoé sang dem Baby etwas Unsinniges vor, woraufhin es in die Hände klatschte.
Camille spürte, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen. Sie hielt sie nicht zurück. Sie flossen schamlos, still, fast friedlich.
„Noch nicht ganz“, antwortete sie.
Pierre legte ihm eine Hand auf die Schulter.
Sie atmete den Duft von frisch gemähtem Gras, Zitrone und der warmen Haut ihres Sohnes ein, als er zu ihr zurückkehrte. In diesem Haus galten Töchter nicht als Niederlagen. Niemand verwechselte Liebe mit Gehorsam. Niemand klopfte mitten in der Nacht an eine Tür.
Camille küsste die Stirn ihres Babys und blickte dann ihre Töchter an.
„Aber wir haben keine Angst mehr“, sagte sie.
Und inmitten des ungeordneten Gelächters seiner Kinder wog dieser Satz schwerer als alle Siege zusammen.
Martha schreibt für see.warmpoems.com über Technologie, Lifestyle, aktuelle Ereignisse und Trendgeschichten. Sie interessiert sich für spannende Themen, Trends und Ereignisse, die den Alltag beeinflussen. Ihr Ziel ist es, jede Geschichte klar, fesselnd und leicht verständlich zu präsentieren.