Drei kleine weiße Tabletten fielen ihr in die Handfläche.
“Er hat seine Medizin nicht nur zurückgehalten”, rief Teresa. “Er hat die Tabletten getauscht.”
Luca starrte auf die Pillen, den ultimativen Beweis für den Verrat seines Bruders. Langsam drehte er den Kopf wieder zu Michael.
Aber Michael würgte nicht mehr.
Er lächelte.
Und bevor Luca reagieren konnte, griff Michael in seine Smokingjacke, zog eine gedämpfte Pistole heraus und drückte sie direkt an Lucas Brust.
“Ich habe dir gesagt, sie ist eine Belastung, Vanessa”, sagte Michael kalt. “Sag den Wachen, sie sollen die Haustüren abschließen. Niemand geht.”
TITEL: DIE VERLOBTE UND DER KAMIN
Kapitel 3 – DIE VERLOBTE UND DER KAMIN
Das schwere Klicken des Hammers, das im Speisesaal widerhallte, zerstörte die Illusion der wohlhabenden, unantastbaren Familie Moretti.
“Schließt die Türen ab!” rief Vanessa und ließ ihre verängstigte Verlobte-Rolle komplett fallen.
Zwei Männer in schwarzen Anzügen – Männer, die ich als Lucas privaten Sicherheitsmann erkannte – schlossen sofort die schweren Eichentüren des Speisezimmers und stellten sich mit gezogenen Waffen vor sie.
Mir stockte der Atem. Vanessa war von Michaels Verrat nicht entsetzt. Sie war ein Teil davon.
Luca zuckte nicht zusammen, selbst mit dem Lauf der Waffe seines Bruders an seinem Brustbein. Er sah Vanessa nur an, seine Augen dunkel und hohl.
“Du auch?” fragte Luca leise.
Vanessa seufzte und strich die Vorderseite ihres tiefroten Kleides glatt. “Schau mich nicht so an, Luca. Du wolltest mich nie heiraten. Du hast mich nur behalten, weil mein Vater die Hafen kontrolliert. Michael respektiert mich tatsächlich.”
“Er respektiert deine Bankkonten”, sagte Luca kalt.
“Halt den Mund”, schnappte Michael und drückte die Waffe fester in Lucas Brust. “Entwaffne ihn, Vanessa.”
Vanessa trat vor und zog geschickt Lucas Pistole aus dem Schulterholster. Sie warf es auf den langen Esstisch, genau in die Mitte des Brathähnchens.
Teresa stieß neben mir ein leises Schluchzen aus. Ich zog die ältere Frau hinter mich her, um sie mit meinem eigenen Körper zu schützen. Ich war nur ein Dienstmädchen. Ich wusste nicht, wie man gegen Männer mit Waffen kämpft. Aber ich kannte den Grundriss dieses Hauses besser als jeder andere.
“Was ist der Plan, Michael?” fragte Luca, vollkommen ruhig. “Du kannst mich nicht vor dreißig Zeugen erschießen und erwarten, die Familie zu übernehmen.”
“Ich muss dich nicht erschießen”, lächelte Michael. “Du wirst einen tragischen Unfall haben. Genau wie Papa.”
Michael nickte Vanessa zu. Sie ging zum massiven Steinkamin am Ende des Speisezimmers. Auf dem Kaminsims stand eine schwere Kristallkaraffe mit Lucas Lieblingsbourbon.
Vanessa nahm es auf. “Wir verwöhnen deine Abendgetränke seit einem Monat, Liebling. Langsam wirkend. Unauffindbar. Gerade genug, um dein Herz zu schwächen. Heute Abend geben wir dir die letzte Dosis.”
Mein Kopf raste. Luca klagte seit Wochen über Migräne und Brustschmerzen. Ich dachte, es wäre Hochzeitsstress. Sie hatten ihn langsam direkt vor unseren Augen getötet.
“Und die Gäste?” fragte Luca und warf einen Blick auf seine verängstigten Verwandten, die sich an der gegenüberliegenden Wand kauerten.
“Sie werden still sein”, sagte Michael, während seine Augen den Raum absuchten. “Oder sie schließen sich dir an. Setz dich jetzt an den Tisch, Bruder. Trink deinen Bourbon.”
“Nein”, flüsterte Teresa heftig. Sie trat hinter mir hervor. “Ich lasse es nicht zu.”
Michael rollte mit den Augen. “Mama, setz dich, bevor ich Vanessa dich sedieren lasse.”
“Du hast meinen Mann genommen”, sagte Teresa, ihre Stimme wurde lauter im stillen Raum. “Du nimmst meinen Sohn nicht mit.”
Bevor ich sie aufhalten konnte, griff Teresa nach ihrem schweren Kristallglasbecher vom Tisch und warf ihn direkt in den Kamin.
Er zerbrach mit einem ohrenbetäubenden Knall gegen den Steinsims und schleuderte Glasscherben in Vanessas Gesicht.
Vanessa schrie und ließ die vergiftete Bourbon-Karaffe fallen. Es zerschellte auf dem Boden, die Flüssigkeit fing eine verirrte Glut aus dem Feuer auf und explodierte augenblicklich in eine Wand aus blauer Flamme.
The distraction was barely a second long. But for Luca, a second was a lifetime.
Luca twisted his torso violently, knocking Michael’s gun arm away. The suppressed weapon fired, the bullet tearing into the ceiling chandelier. Crystal rained down on the screaming guests.
Luca drove his forehead into Michael’s nose with a sickening crunch. Michael dropped the gun, staggering backward.
“Hannah! The kitchen!” Luca roared.
I didn’t hesitate. I grabbed Teresa by the waist and shoved her toward the swinging doors that led to the servants’ kitchen.
We burst through the doors. The kitchen staff had already fled at the sound of the gunshot.
“Keep moving!” I yelled, half-carrying Teresa toward the back exit.
Luca backed through the swinging doors behind us, kicking them shut. He had blood on his collar and his brother’s gun in his hand.
“They locked the perimeter,” Luca panted, checking the magazine. “We have to use the old prohibition tunnels under the wine cellar.”
Teresa leaned heavily against the stainless steel prep counter, gasping for breath. “I can’t… I can’t run, Luca.”
“You have to, Mom,” Luca said, wrapping his free arm around her waist. “Emily, grab the master keys from the pantry hook.”
I lunged for the pantry. I snatched the heavy ring of brass keys just as the kitchen doors burst open.
One of the corrupt guards raised his weapon.
Luca fired twice. The guard dropped to the linoleum floor.
“Go!” Luca yelled.
We scrambled down the dark, narrow stone steps leading to the wine cellar. The air grew freezing cold. I fumbled with the keys in the dark, my hands shaking so violently I dropped them twice.