She did not flinch.
Survival in the underbelly of Chicago had taught her that hesitation killed, but panic killed faster.
Across the shattered penthouse floor, glass fragments glittered like fallen stars under the pre-dawn sky, shivering as the freezing wind off Lake Michigan howled through the ruined panoramic frame.
Vincent didn’t shout.
He didn’t bargain.
In a motion so instantaneous it defied human biology, he lunged across the blood-slicked mahogany.
His broad frame collided with Emma, wrapping an arm around her waist and hurling her downward behind the reinforced marble balustrade of the interior mezzanine.
A suppressed rifle cracked through the freezing air—thwip.
The high-caliber round missed Emma’s skull by a fraction of an inch, biting savagely into the solid oak column behind her and exploding it into jagged splinters.
A second later, another muffled percussion echoed from the rooftop across the street.
Senator Marcus Vance never even had time to scream.
The laser dot on his forehead flashed, and an armor-piercing round tore through his skull, throwing his limp body backward across the conference table, overturning crystal carafes and showering the mahogany in arterial crimson.
“Down!
Keep your head down!”
Vincent commanded, his voice a gravelly, controlled roar directly against Emma’s ear.
He pinned her flat against the reinforced marble with the full weight of his torso, effectively shielding her body with his own Kevlar-lined suit jacket.
The speakerphone on the floor—miraculously intact amidst the carnage—hummed with distorted static.
“Messy, Vincent,” the cold, aristocratic woman’s voice purred through the speaker.
“Marcus was getting tiresome anyway.
But you see our range.
You see our precision.
You have four hours until sunrise.
If you do not stand on the slag heap of Foundry Nine in Gary with the iron lockbox, the next bullet won’t miss Miss Ward.”
Click.
The line died.
Um sie herum wurde es im Penthouse unheimlich still, abgesehen vom heulenden Wind, der durch die zersplitterten Scheiben pfiff.
„Vincent“, flüsterte Emma, ihr Atem ging in flachen, frostigen Stößen gegen sein Revers.
Sie spürte das heftige Pochen seines Herzens gegen ihre Rippen, gleichmäßig und tödlich wie eine Kriegsmaschine.
„Wer war das?“
Vincent wich nur so weit zurück, dass er ihr in die Augen sehen konnte.
Sein Kiefer war wie aus Granit gemeißelt, seine dunklen Augen brannten mit einem unheiligen Feuer, das sie noch nie zuvor gesehen hatte.
„Die Leute, die meinen Vater ermordet haben“, sagte er leise.
„Und die Leute, die den fatalen Fehler begangen haben, Sie zu bedrohen.“
Auf der unteren Treppe hallten Schritte wider.
Mateo und vier schwer bewaffnete Moretti-Vorhutsoldaten stürmten mit erhobenen Maschinenpistolen durch die Doppeltüren und musterten mit ihren taktischen Schutzbrillen den Umkreis.
„Perimeterdurchbruch auf dem Norddach!“
Mateo bellte in sein Funkgerät.
„Raucht den Boden ein!“
„Versetzen Sie den Schulleiter!“
Dichte Behälter mit weißem Phosphor-blockierendem Rauch zischten über das zerstörte Penthouse und blendeten die Wärmebildgeräte der Scharfschützen auf der anderen Seite der Bucht.
Kapitel 63 – Garys Schatten liegt über ihm

Der schwarze, gepanzerte Suburban raste auf dem Chicago Skyway gen Süden und durchschnitt dabei einen Vorhang aus eisigem, vor Tagesanbruch herrschendem Schneeregen.
Die ikonische Skyline der Stadt verschwand hinter ihnen in einem grauen Nebelschleier und blinkenden Sirenen, sodass sie allein auf der verlassenen Landstraße in Richtung der Industriegebiete im Nordwesten Indianas zurückblieben.
Im Inneren der verstärkten Kabine stammte die einzige Beleuchtung von den leuchtenden taktischen Monitoren, die im Armaturenbrett montiert waren.
Emma saß auf dem lederne Beifahrersitz, einen warmen Wollmantel über die Schultern geworfen.
Sie hatte eine ärztliche Behandlung der leichten Schnittwunden an ihren Wangen abgelehnt.
Ihr gegenüber zerlegte, reinigte und lud Vincent methodisch ein Paar individuell angefertigter Kimber-Pistolen im Kaliber .45 nach.
Das rhythmische, mechanische Klicken von Stahl auf Stahl war das einzige Geräusch im Fahrzeug.
„Du wusstest es die ganze Zeit“, sagte Emma leise und beobachtete, wie seine großen, vernarbten Hände mit erschreckender Präzision arbeiteten.
„Du hast nicht geglaubt, dass dein Vater bei einem Unfall mit Fahrerflucht auf dem Dan Ryan ums Leben gekommen ist.“
Vincent blickte nicht sofort auf.
Er schob den schweren Schlitten zurück, lud mit einem knackigen Klicken eine Patrone ins Patronenlager und legte die Waffe dann auf die Konsole.
„Das hatte ich schon geahnt“, murmelte Vincent, den Blick fest auf die dunkle Autobahn vor ihm gerichtet.
„Mein Vater war ein vorsichtiger Mann.“
Er fuhr nachts nie ohne Eskorte auf der Schnellstraße.
An dem Tag, als sein Wagen von der Brücke in den Calumet River stürzte, wurden sämtliche Server in unserem Zentralarchiv gelöscht.
Die Polizei stufte es als technischen Defekt ein.
Die Stadt wollte es begraben.
Doch mein Vater hinterließ mir eine einzige rätselhafte Notiz in seinem persönlichen Safe: Wenn das Kassenbuch ruft, schau, wo das Eisen abkühlt.“
„Gießerei Neun“, flüsterte Emma und setzte die Bruchstücke zusammen.
„Foundry Nine war der ursprüngliche Geburtsort von Moretti Steel“, erklärte Vincent.
„Das Unternehmen wurde 1994 geschlossen, als der Stahlhandel aufgrund ausländischer Importe zusammenbrach.“