Sie führen eine Investmentgemeinschaft namens Aethelgard Holdings mit Sitz in Zürich auf.“

„Aethelgard ist nur die moderne Hülle“, erklärte Evelyn mit abwesendem Blick, während sie sich an längst vergangene Jahrzehnte erinnerte.

„Vor fünfzig Jahren legten fünf Familien den Grundstein für die Industrie dieser Stadt.“

Die Morettis, die Sterlings, die Van Dorns, die Hendersons und die Kensingtons.

Sie kontrollierten die Eisenbahnlinien, die Stahlwerke, die Schifffahrt auf dem See und die städtischen Versorgungsbetriebe.

Um destruktiven Wettbewerb zu verhindern, schlossen sie einen privaten Pakt – einen unsichtbaren Rat zur Verwaltung der Infrastruktur des Mittleren Westens.“

„Ein Kartell“, sagte Emma unverblümt.

„Genau“, bestätigte Evelyn mit einem grimmigen Nicken.

„Ein skrupelloses Kartell.“

Aber Ihr Großvater, Arthur Moretti, erkannte die Gefahr.

Er erkannte, dass die anderen Familien sich nicht mehr mit bloßem Handel zufriedengaben; sie wollten die souveräne Kontrolle über das grundlegende menschliche Überleben – insbesondere über die Süßwasserversorgung des gesamten Kontinents.

Als Arthur 1974 drohte, die Aufzeichnungen des Kartells an die Bundesregierung zu übergeben, wurde er getötet.

Sein Flugzeug wurde über dem Oberen See abgeschossen.

Vincents Hände umklammerten die Tischkante so fest, dass seine Knöchel elfenbeinfarben wurden.

„Es war kein Unfall.“

„Es war Mord“, flüsterte Evelyn.

„Ich habe vierzig Jahre damit verbracht, ihren Einfluss Stück für Stück zu zerschlagen, die Sterlings in den finanziellen Ruin getrieben, die Van Dorns isoliert und Bennetts politischen Aufstieg gestoppt.“

Doch Julians verzweifelter Angriff auf die Wasserkrippe beweist, dass sie nicht tot waren.

Sie warteten einfach auf den Generationswechsel.“

„Sie wollten dich in den Bankrott treiben, Vincent“, erkannte Emma laut und begriff die Zusammenhänge.

„Wenn die Wasserentnahmestelle verunreinigt oder zerstört worden wäre, hätte die Haftung aus dem Moretti-Gemeindewartungsvertrag Ihr Imperium über Nacht liquidiert.“

Sie hätten die Infrastruktur für einen Spottpreis erwerben können.“

„Und hat ein totales Monopol über die Lebensader der Region errichtet“, schloss Vincent, wobei seine Stimme einen eiskalten, tödlichen Unterton anschlug.

Plötzlich ertönte ein roter Warnton aus der Mittelkonsole.

Marcos Gesicht erschien auf dem Hauptbildschirm.

Seine Stimme klang angespannt und dringlich.

„Chef, das müssen Sie sich sofort ansehen.“

Es gibt einen Sicherheitsvorfall im Firmenhangar am Flughafen O’Hare.

Der private Transportdienstleister der Familie Van Dorn hat soeben einen unangekündigten Flugplan für einen Nicht-Auslieferungskorridor eingereicht.

Und sie gingen nicht mit leeren Händen.“

„Was haben sie mitgenommen, Marco?“

Vincent forderte.

Kapitel 147 – Die zerbrochene Kette

Kapitel 147 – Die zerbrochene Kette

Der Regen ging in Schneeregen über, als Vincents gepanzerter Maybach durch die nördlichen Vororte in Richtung eines verlassenen privaten Flugplatzes außerhalb von Rockford raste.

Zwei schwarze Geländewagen folgten dicht dahinter, ihre Reifen spritzten Fontänen aus eiskaltem Wasser in die Dunkelheit.

Im Passagierraum überprüfte Emma die Funktion einer kompakten Polymerpistole, die ihr Vincents Waffenmeister ausgehändigt hatte.

Sie handhabte die Waffe mit ruhiger, überlegter Geschicklichkeit – eine Fähigkeit, die sie sich in zweiundsiebzig Stunden unerbittlichen Überlebenskampfes gegen die besten Söldner, die man für Geld kaufen konnte, angeeignet hatte.

„Victoria war keine Agentin“, sagte Emma und starrte auf die verschwommenen Silhouetten kahler Bäume, die an dem verstärkten Glas vorbeisausten.

„Sie war eitel, arrogant und grausam.“

Why would they risk a high-profile extraction on a federal prisoner just to pull her out?”

“Victoria is the last living Sterling with biological access,” Vincent answered, his gaze fixed on a satellite telemetry monitor mounted between the front seats.

“Julian’s death left the family’s Swiss trusts and offshore asset codes locked under a dead-man’s protocol.

The keys are split between genetic bloodlines.

Without Victoria’s retinal signature, the remaining members of the Compass cannot access the hundreds of millions in liquidated capital Julian hid before the assault.”

“So she’s not their partner,” Emma observed.

“She’s their hostage.”

“A hostage who will give them the resources to rebuild their mercenary network within hours if she speaks,” Vincent said coldly.

“And once they have what they need from her, they will dispose of her as callously as she attempted to dispose of others.”

The vehicle slowed as they approached the perimeter of the Rockford tactical runway.

The chain-link gates had been sheared off at the hinges, lying mangled in the muddy ditch.

Tire tracks of heavy commercial transports led straight down the tarmac toward an illuminated hangar at the far end of the runway.

Marco killed the headlights, bringing the convoy to a silent halt three hundred yards from the hangar entrance.

Through the scope of his rifle, Marco surveyed the scene.

“Three sentries outside.

Standard private military contractor loadout.

They have a Gulfstream IV spooling its auxiliary power unit inside the bay.

They’re prepping for takeoff.”

“We move now,” Vincent said, reaching for his weapon.

“No warning shots.

Suppress the perimeter before that jet reaches taxi speed.”

“Wait,” Emma whispered, her hand resting on Vincent’s arm.

“Look at the roofline.”

Vincent adjusted his night-vision optics.